Tagungsberichte

Silvestertagung 2013/2014 – Ein persönlicher Erfahrungsbericht: Wirtschaft & Ethik – Zukunftsfähigkeit unternehmen

By 3. Januar 2013 August 5th, 2018 No Comments

Nun liegt sie hinter uns, die Silvestertagung 2011/2012. Die Woche ist wie im Fluge vergangen dank eines sehr abwechslungsreichen Programms. Ich selbst war –gemeinsam mit meinem Mann und unseren zwei Söhnen – mit relativ niedrigen Erwartungen zu unserer zweiten Silvestertagung gefahren, nachdem wir im letzten Jahr mit zwei kleinen Kindern nicht allzu viel mitmachen konnten. Dennoch hatten wir uns wieder auf den Weg gemacht, denn die Gemeinschaft der Quickborner und nicht zuletzt auch die angenehme Umgebung der Burg sowie der Vorteil der vollen Verpflegung hatten uns erneut in den Spessart gelockt. Wir haben es nicht bereut. Denn im Vergleich zum Vorjahr konnte auch mein Jüngster einiges mitmachen: von der hervorragenden Kinderbetreuung bei Anna und Ingrid über die Gottesdienste bis zu den aufregenden Silvester- und Abschlussabenden im Rittersaal.

Ethik in der Wirtschaft
Nachdem ich selbst gerade eine ethisch fragwürdige Arbeitserfahrung in der Wirtschaft hinter mir hatte, war ich mit gewissen Vorstellungen des Tagungsthemas nach Rothenfels gefahren. Vor Ort zeigte sich dann, dass der Inhalt der Vorträge in eine andere Richtung ging. Für mich war das kein Problem. Denn als langjähriges Greenpeace-Mitglied hat mich  die intensiv diskutierte Umweltproblematik persönlich sehr angesprochen und auch bleibende Eindrücke hinterlassen – vor allem wegen der teils sehr witzigen Visualisierungen, mit denen Michael Kopatz seinen Vortrag untermauert hat. Auch der dazu passende Gesprächskreis gefiel mir gut und bot neben inhaltlichen Ergänzungen gerade für mich als „Burgneuling“ gute Möglichkeiten, die anderen Teilnehmer/innen kennen zu lernen.

Kreativprogramm
Das Regenwetter lud nicht zu Spaziergängen ein und so nutzte ich die Nachmittage gerne für die Teilnahme am Gospelchor, bei dem ich meine Freude am Singen wiederentdeckte. Unser Abendkreis für Krabbelkinder wurde zwar leider wenig frequentiert, war aber in jedem Fall ein gelungener Ausklang für den Tag. Und ein neu kennen gelerntes Lied „Kleine Igel schlafen gern“ wird mein Jüngster sicherlich noch lange gerne trommeln genau wie ich das schöne „Burgschlaflied“ für ihn singen werde.

Gottesdienste
Wie sehr der Rothenfelser „Spirit“ auf uns alle übertritt konnte ich auch an meinem älteren Sohn feststellen, der jeden Nachmittag erpicht darauf war, am Gottesdienst teilzunehmen. Auch für mich war es wieder spannend zu sehen, wie viel Freude die Teilnehmer/innen dabei haben, insbesondere am Musizieren und Singen. Und ich fand es beeindruckend, was auch die Kinder und Jugendlichen schon auf die Beine stellen – das konnte ich beim Jugendgottesdienst und der Abendmeditation des gleichen Abends erfahren.

Highlights
Zu den besonderen Highlights zählten auf jeden Fall wieder die Silvester- und die Abschiedsveranstaltung – welch ein kreatives Potenzial sich dort versammelte! Unvergessen bleiben mir –als zwar nicht in Kölle Jeborene aber sich dort inzwischen heimisch Fühlende- das Lied für Anna „Nein, unsere Liebe durfte nicht sein“ und die kölsche Schwiegermutter, die den Weg nach Kevelaer verpasste…Und bis heute stellen meine beiden Jungs Ausschnitte aus „If we were not upon the stage“ nach.

Ausblick
Ein bisschen aufpassen muss man meiner Meinung nach, dass vor lauter täglichen ansprechenden Angeboten an Kreativkreisen, Vorträgen, Gottesdiensten samt Vorbereitung, Meditationen und Waffeln die Erholung nicht zu kurz kommt – da würde ich mir manchmal – ganz im Sinne des Tagungsthemas – auch ein etwas entschleunigtes Programm wünschen. Was nehme ich sonst mit aus der Tagung? Ein bisschen Sorge (wenn wir so weiter machen, sieht es bald düster aus), ein wenig Hoffnung (es gibt Ideen und Lösungsansätze), ein paar gute Vorsätze (weniger Wäschetrockner benutzen, mehr Fahrrad fahren usw.), einige neue Bekannte und das absolut positive Gefühl, schon ein bisschen dazu zu gehören.

Also dann, bis  zur nächsten Tagung!