Beitrag vom 30.12.2017

2. Impulsreferat Norbert Kremser

Burn-out: Krankheitsverlauf in 12 Phasen

Obwohl die Verlaufserscheinungen international dokumentiert und seit den 1970ern genau bekannt sind, gibt es zu diesem Thema bislang keine einheitliche Definition –Es ist eine Krankheit der Moderne- also unser Zeit und schon in früheren Jahrzehnten als „englische Krankheit“ bezeichnet.

Die Symptomatik ist vielfach mit der Depression vergleichbar weil Burn-out eher als Depression heilbar oder wendbar ist, sollte bei Verdacht zunächst auf Depression geprüft und ausgeschlossen werden.

Depression

Burn-out

Dauerzustand, allumfassend

Gelegentlicher Zustand

Komplette Lebensunlust

Macht sich durch zunehmenden Zynismus bemerkbar

Kann plötzlich auftreten

Entsteht und verläuft schleichend

Als Gegenmaßnahme kann Schlafentzug sinnvoll sein

Viel Schlaf und Urlaubsentspannung sinnvoll

 

Mündet im Endstadium in Depression

 

Es gibt innere Antreiber:

A „beeil Dich“    Mitmenschen nervös machen

B „sei perfekt“   nur mit dem Besten zufrieden sein (nicht delegieren können)

C „streng dich an“           aufgewandte Mühe wichtiger als das Ergebnis

D „sei stark“       Vorbild sein –keine Blöße oder Gefühle zeigen

E „mach es allen recht“  übertriebene Hilfsbereitschaft, eigene Wünsche verdrängen,                                                                  Eigenständigkeit aufgeben

Es gibt auch Erlauber:

„Lass dir Zeit“    besser eine halbe Stunde umsonst denken als einen Tag umsonst arbeiten

„Du darfst auch Fehler machen“   „brauchbar“ ist besser als „perfekt“

„Tue es gelassener“        mache auch mal eine Pause

„Sei offen, gib Feedback“             Schwäche und Gefühle zeigen macht menschlich

„Jeder darf sich Hilfe holen“        Mach es dir recht

„Dein persönlicher Wert hängt                  Sag nicht immer gleich ja, du kannst es sowieso nicht         nicht nur von anderen ab“                          recht machen

 

 

12   Phasen des Burn-out nach Herbert Freudenberger

1)   Zwang, sich zu beweisen, Arbeit macht Mühe

2)   Verstärkter Einsatz, Arbeit wird Strapaze

3)   Vernachlässigung eigener Bedürfnisse, Arbeit wird zur Bürde

4)   Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen, Arbeit wird zur Last

Man spricht noch über die Arbeit, sich steigernder Zynismus

Man braucht Hilfe!!

5)   Umdeutung von Werten, Arbeit wird zum Joch

6)   Verleugnung der Probleme, Arbeit wird zur Plage

7)   Rückzug –übermäßige Ersatzbefriedigung, Arbeit wird zur Tretmühle

8)   Verhaltensänderung (erste) Ausfallerscheinungen

9)   Depersonalisation, in der Arbeit passieren schwere Fehler

10)    Innere Leere, Entzwei- brechen von Arbeit und Leben

11)    Depression, Versagen auch bei Alltagsaufgaben

12)    Völlige Erschöpfung, Zusammenbruch der Grundfunktionen

 

Diese Phasen verlaufen nicht immer gleich und es gibt auch Sprünge nach vorne und hinten innerhalb des Prozesses!

 

Im kreativen Gesprächskreis wurde der Android „Sophia“ vom Vortag ausgestopft (mit den für die Visualisierung von Arbeitsprozessen benötigten Tischtennisbällen) und am Aufgang zum Kapitelsaal als Dauerausstellung, mit der Bezeichnung „Miss Ball-out 2017“ platziert.

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