1966: Auflösung des Quickborn in seiner bisherigen Form

In den Umbrüchen Mitte der 60-er Jahre löste sich der Quickborn in seiner bisherigen Form schließlich am 7. August 1966 auf. Die Quickborn-Älterengemeinschaft bestand dann als „Bund Quickborn“ weiter, einige Jüngere gründeten mit der SCHAR – einem Mitgliedsverband des BDKJ – den BCJ (Bund Christlicher Jugendgruppen), der bis 2000 bestand. Teile der bisherigen Mittelschicht arbeiteten noch wenige Jahre als „Rothenfelser Kreis“ weiter. Am 4. Juni 1967 entstand dann der Quickborn-Arbeitskreis, der am 4. Juni 2017 (Pfingstsonntag) 50 Jahre alt wird.

Nachdem im Nachkriegs-Quickborn rund 20 Jahre die Mitarbeit auf Burg Rothenfels und die Anregungen aus der früheren Quickbornbewegung trotz aller kritischen Auseinandersetzung als wichtig und wegweisend angesehen wurden, kam der Umschwung Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts um so plötzlicher. In einer von der Zahl her kleinen Gemeinschaft kann sich seismografisch das vorweg ereignen, was größere, schwerfälligere Verbände erst Jahre später erleben, ohne dass sie diese Hinweise sehen. Auseinandersetzungen, die sich an anderer Stelle in der „68er-Bewegung“ entluden, wurden im Quickborn sichtbar: Ein radikaler Bruch vieler Mitglieder mit der Tradition und eine Umwertung vieler Werte.

Die Bundeszeitschrift der Mittlerengemeinschaft „werkblatt des quickborn“ erschien seit 1965 als „rothenfelser werkblatt“. Durch Beschluss vom 6. August 1966 löste sich die Mittelschicht dann selbst auf und einen Tag später der Bund Quickborn in seiner bisherigen Form:

Am 7. August 1966 fand der letzte Vertretertag des Bundes Quickborn statt (in der Zehntscheune auf Burg Rothenfels). Die 37 Stimmberechtigten beschlossen, dass der aus den drei Schichten Jüngere, Mittlere, Ältere bestehende Bund Quickborn ab dem 7. August 1966 so nicht mehr besteht. An seine Stelle sollte ein „Rothenfelser Ring“ treten, bestehend aus der bisherigen Jungen- und Mädchengemeinschaft, der in Rothenfelser Kreis umbenannten früheren Mittelschicht und ihrem in Rothenfelser Hochschulring umbenannten bisherigen Hochschulring und dem Bund Quickborn, dem bisherigen Quickborn-Älterenbund.

Bewusst gaben also 1966 Teile der Jüngeren und der „Mittelschicht“ den

Namen „Quickborn“ auf und die vielen Vorstellungen und die Zeichen, die damit verbunden waren. Teile der Jungen- und Mädchengemeinschaft schlossen sich mit der Schar – einer damals kleinen bündischen Gemeinschaft im BDKJ – zum „Bund Christlicher Jugendgruppen, bcj, zusammen. Der BCJ war ca.25 Jahre aktiv – auch als Mitgliedsverband des BDKJ; seine Mitgliedschaft im BDKJ ruhte ab 1990; 2000 schied er aus dem BDKJ aus und beendete seine Tätigkeiten..

Einige aus der bisherigen Mittelschicht des Quickborn schlossen sich neu zusammen als „Rothenfelser Kreis“. Das Werkblatt erschien zunächst weiter – ab Oktober 1967 unter der Bezeichnung „rothenfelser hefte“, später als „kritischer katolizismus“.

Der Rothenfelser Kreis und der Rothenfelser Hochschulring lösten sich Anfang der 70er-Jahre stillschweigend auf. Die zuletzt nur noch wenigen Mitglieder mit ihrer Zielsetzung eines christlichen Sozialismus fanden ihre Heimat in anderen Protestbewegungen.

Das beim Auseinandergehen des Quickborn vereinbarte Dach aller früheren Quickborn-Gemeinschaften, der „Rothenfelser Ring“, kam nie zustande.

Unter dem Namen Quickborn lebte zunächst nur der neue „Bund Quickborn“ – die bisherige Quickborn-Älterengemeinschaft – ab 1966 weiter. Bundessprecher war Alois Koch, München; Bundessprecherin Maria Schlecht, Rottenburg am Neckar. Verbindung wurde besonders gehalten durch die jährliche Augustwerkwoche auf Burg Rothenfels (mit zunächst ca. 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern) und die Bundeszeitschrift „Quickborn“, die bis vor wenigen Jahren bestand.

Am 4. Juni 1967 schlossen sich dann einige aus der früheren Jungen- und Mädchen-Gemeinschaft des Quickborn und aus der Mittelschicht zum „Quickborn-Arbeitskreis“ zusammen, der 2017 schon 50 Jahre besteht. Die Jüngeren des Quickborn-Arbeitskreises sind Mitgliedsverband im Bund der Deutschen Katholischen Jugend, dem der Quickborn seit Gründung des BDKJ 1947 angehört. Seit 1967 gibt es also wieder junges Leben im Quickborn und der Bund besteht seit dieser Zeit aus der Quickborn-Älterengemeinschaft (z.Zt. ca. 145 Mitglieder, ihre jährliche Sommerwerkwoche auf Burg Rothenfels jetzt mit jeweils ca. 40 Teilnehmern) und dem Quickborn-Arbeitskreis, der jährlich auch mehrere Tagungen auf Bundesebene durchführt (die zahlenmäßig größte davon ist die Silvestertagung vom 28.12. bis 4.1. mit ca. 280 Teilnehmern aus allen Generationen). Der alle Generationen umfassende Quickborn-Arbeitskreis versteht sich – entsprechend dem Pfingsten 1946 in Freisung beschlossenen „Grundgesetz des Quickborn“ – als „Lebensgemeinschaft“ von Menschen „aller Altersstufen“. Der Quickborn-Arbeitskreis hat z.Zt. etwa 1.640 Mitglieder. Die beiden Gemeinschaften im Bunde Quickborn geben seit einigen Jahren die „Burgzeitung“ als ihre gemeinsame Bundeszeitung heraus.