Bericht zur Himmelfahrtstagung 2023 – Künstliche Intelligenz verändert die Welt – uns auch?

Tagungsbericht: Künstliche Intelligenz verändert die Welt – uns auch?

Rückblick auf die Himmelfahrtstagung vom 17. bis 21. Mai 2023

Das Thema der Himmelfahrtstagung „Künstliche Intelligenz verändert die Welt – uns auch?“ ist derzeit hochaktuell und wird in verschiedenen Bereichen und Medien diskutiert. So nun auch auf der Burg mit einem Teilnahmerekord der Himmelfahrtstagung von ca. 68 Personen.

Einführung: Starke vs. Schwache KI

Eingeführt und begleitet hat uns Aljoscha Burchardt, der Experte für Sprachtechnologie und Künstliche Intelligenz ist. So ziemlich das Erste, worauf er bei dem Thema „KI – was ist das?“ hinweist, ist, dass es wenig absolute Wahrheiten gibt. Alles, was derzeit von einer KI erstellt bzw. entworfen wird, sollte hinsichtlich seiner Aussagen vom Menschen überprüft werden.

Er unterscheidet zu Beginn eine „starke KI“ und eine „schwache KI“. Eine starke künstliche Intelligenz könne Probleme eigenständig lösen und habe auch ein Bewusstsein entwickelt, wohingegen eine schwache künstliche Intelligenz eine einzelne Technologie sei, die dazu diene, den Menschen zu unterstützen. Ob und inwieweit eine starke KI bereits existiert oder jemals existieren wird, sei umstritten. Die schwache KI jedoch ist bereits vollumfänglich dabei, die Menschen zu innovieren. Aljoscha bezeichnet dies als „zweite Welle der Digitalisierung“.

Wie lernt die Maschine?

Bereits seit 2016/2017 gäbe es die Möglichkeit der Sprachenübersetzung und vieles Technologische wird schon als „Intelligenz“ bezeichnet. Aber die KI-Systeme könnten nun auch auf ihre Umgebung reagieren und entwickelten sich entsprechend weiter. Das wiederum bedeutet, dass man ggf. nicht mehr nachvollziehen kann, wie das Programm ein Problem gelöst hat („Black Box“-System).

Hinter der Nutzung von Social Media, News, Ärztediagnosen, YouTube, Rechtschreibkontrollsystemen, Übersetzungsprogrammen sowie in unserem Müsli (da die Landwirtschaft mit Technologien arbeitet) und vielem mehr stecke bereits eine künstliche Intelligenz. All diese Technologien entstehen derzeit oft durch „Supervised Learning“ anhand von Daten, die ein Mensch der Technologie zur Verfügung gestellt hat.

In Sprachmodellen lernt das System, das nächste Wort vorherzusagen – anhand von Häufigkeiten in der Verwendung. Hier ist Vorsicht geboten, da erstmal alles sehr gut klingen kann, aber dennoch falsch sein könnte.

Verantwortung und Ethik

In den Diskussionsrunden ging es häufig darum, wie die Digitalisierung sinnvoll und strukturell in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden kann. Es tauchen immer wieder Fragen zum Datenschutz und Urheberrecht auf. Wer trägt die Verantwortung? Ist das derjenige, der das Werkzeug nutzt? Entscheidet beispielsweise eine KI über die Notwendigkeit einer Operation oder ein erfahrener Arzt? Kann derjenige vollumfänglich zur Verantwortung herangezogen werden, wenn etwas falsch gelaufen ist?

Schnell kommt man zur Frage der Bewusstseinsentwicklung und Kreativität einer KI. Allerdings müsste dann erst einmal genau definiert werden, ab wann das Bewusstsein anfängt. Für die weiteren Tagungsgespräche wurde davon ausgegangen, dass es bei der KI-Entwicklung (noch) nicht um eine Bewusstseinsentwicklung geht, sondern um eine maschinelle Entwicklung, die den Alltag erleichtern könnte.

Diskutiert wurde auch über die Gefahr von Fake News, Bildern und Videos. Umgelenkt wurde die negative Diskussion jedoch auch zum positiven Einsatz einer KI, z. B. bei der Terminvergabe von Ärzten oder um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.


Schlussendlich bleibt es also dabei, wie bei vielen Dingen des Lebens: Es kommt immer darauf an, was der Mensch daraus macht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es eine sehr interessante und gelungene Tagung gewesen ist. Es ist immer wieder schön, mit Menschen unterschiedlichen Alters, aus unterschiedlichen Bundesländern, Berufsbereichen und Experten sich über ein Thema auszutauschen, das die ganze Welt betrifft. Nicht zu vergessen ist das Wiedersehen sowie das gemeinsame Beisammensein, Wandern, Singen, Meditieren und Essen.

– Claudia Hermanns

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