Prägende Persönlichkeiten

Einige Persönlichkeiten, die sich im Bund Quickborn und auf Burg Rothenfels engagiert haben

Prof. Dr. Bernhard Casper
(*1931, †2022)

1978 bis 1999 Ordinarius für Christliche Religionsphilosophie an der Universität Freiburg im Breisgau, Mitherausgeber der Schriften von Franz Rosenzweigs und Herausgeber der Schriften Bernhard Weltes, besonders engagiert im christlich-jüdischen Dialog; Geistlicher Beirat der Mittlerengemeinschaft im Quickborn und mit Prof. Fleckenstein und Bruno Leuschner Mitglied der Burgleitung auf Burg Rothenfels, Burgpfarrervfür Burg Rothenfels.

Bernward Dietsche OP
(*1903, †1973)

Augsburg, dann Walberberg bei Köln; neben seiner wissenschaftlichen Arbeit z.B. an der deutschen Thomas-Ausgabe, engagierte er sich im Quickborn, nach dem Krieg als Bundeskaplan, lange auch als Gaukaplan am Mittelrhein, und als Referent vieler Tagungen – von Teilhard de Chardin bis zu Thesen zur Elitebildung.

Walter Dirks
(*1901, †1991)

Gauführer des Quickborn in Westfalen, von 1924 bis zur Auflösung durch die Nationalsozialisten 1934 Redakteur der von Friedrich Dessauer herausgegebenen Rhein-Mainischen Volkszeitung, Sekretär Romano Guardinis in dessen Berliner Jahren, betreute von 1928 bis 1931 die Zeitschrift des Friedensbundes Deutscher Katholiken. Seit 1934 Musikkritiker der Frankfurter Zeitung, setzte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg für den zivilen Aufbau Frankfurts ein und initiierte die Gründung der CDU in Frankfurt, zog sich dort jedoch nach negativen Erfahrungen zurück. Er gab ab 1946 mit Eugen Kogon und Clemens Münster die Frankfurter Hefte heraus, arbeitete 1953 bis 1956 am Frankfurter Institut für Sozialforschung und gab dort mit Theodor W. Adorno die Frankfurter Beiträge zur Soziologie heraus. 1956 bis 1967 war er Leiter des Kulturressorts des WDR in Köln. Walter Dirks wirkte bei vielen Tagungen auf Rothenfels mit.

Josepha Fischer-Erling

Juristin, jahrelang im Quickborn auch in Leitungsfunktionen tätig. Ab 1960 leitete sie die katholische Beratungsstelle für Ehe- und Familienfragen in Köln. Im Berichtsheft über die Tagung „60 Jahre Burg Rothenfels“ 1979 steht ihr Referat „Gibt es ein Erbe der Jugendbewegung?“

Heinz Fleckenstein
(*1907, †1995)

Ab 1945 Professor für Moraltheologie in Regensburg, seit 1953 Professor für Pastoraltheologie in Würzburg. Ab 1959 Burgleiter auf Rothenfels.

Ida Friederike Görres
geb. Reichsgräfin Coudenhove-Kalergi
(*1901, †1971)

Die juristisch, theologisch und philosophisch ausgebildete Ida Görres war seit den 1920ger Jahren ständig in der katholischen Jugend- und Erwachsenenbildung verantwortlich tätig, vor allem im Quickborn (z.B. als Bundesführerin der Mädchen) und davor auch im österreichischen Bund Neuland. Von 1931 bis 1933 arbeitete sie als Diözesansekretärin für die weibliche Jugend in Dresden, ab 1934 in Meißen, dann als freie Schriftstellerin. Neben ihrem umfangreichen literarischen Schaffen – Prosa und Lyrik – erregte vor allem ihr in den „Frankfurter Heften“ im November 1946 erschienener „Brief über die Kirche“ Aufsehen, Zustimmung und Widerspruch. In ihren letzten Lebensjahren war Ida Friederike Görres Mitglied der Synode der Deutschen Bistümer in Würzburg.

Romano Guardini
(*1885,  †1968)

Romano Guardini gilt als einer der herausragendsten Vertreter der katholischen Weltanschauung im 20. Jahrhunderts, der zahlreiche Beiträge für die Entwicklung der Ökumene, der Pädagogik und der Liturgie geliefert hat. Die Leser seiner Schriften ebenso wie die Zuhörer in seinen Vorträgen und Predigten überzeugte er durch seine eindringlichen und analytisch nachvollziehbaren Darstellungen über die Verbindung von Denken und Leben in den Werken namhafter Philosophen und Theologen.

Guardini war katholischer Priester in der Jugendseelsorge und hatte Lehrstühle in Breslau, Berlin, Tübingen und München für katholische Weltanschauung und Religionsphilosophie inne und arbeitete intensiv an der Vorbereitung der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils mit. Er war Förderer der Quickborn-Jugend ab 1920, Initiator der katholischen Zeitschrift „Die Schildgenossen“, von 1927 – 1933 Mitglied der Quickborn Bundesleitung und  von 1927 – 1939 Burgleiter. 

Bernhard Hanssler
(*1907, †2005)

Mitbegründer des Cusanuswerkes und bis 1956 dessen erster Geschäftsführer. Von 1957 bis 1970 Geistlicher Direktor des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und von 1970 bis 1974 Rektor des deutschen Priesterkollegs Collegio Teutonico di Santa Maria in Campo Santo.

Helene Helming
(*1888, †1977)

Helene Helming engagierte sich intensiv für die Montessori-Pädagogik in Deutschland, 1926 wurde sie Direktorin des Aachener Fröbel-Seminars und gliederte dem Seminar mehrere Kinderhäuser an. In 1935 wurde sie von den Nazis zwangspensioniert und dann nach dem Krieg Pädagogik-Professorin.

Manfred Hörhammer OFMCap
(*1905, †1985)

Der Kapuzinerpater war seit 1920 dem Quickborn verbunden, nahm an den alljährlichen Oster-Werkwochen des Quickborn auf Burg Rothenfels teil und mit Romano Guardini eng befreundet. Auf dem Weg aus der Kriegsgefangenschaft 1945 wurde ihm der Aufruf von 40 französischen Bischöfen zugesteckt: „Wir wollen beten für die Brüder in Deutschland“. Pater Manfred engagierte sich besonders in der Friedensarbeit, so als langjähriger Geistlicher Beirat von Pax Christi, und für die Ökumene. Er feierte 1929 seine Primiz auf Burg Rothenfels und beging dort auch sein Goldenes Priesterjubiläum an Pfingsten 1979.

Eugen Jochum
(*1902, †1987)

War von 1934 bis 1949 Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und Leiter des Philharmonischen Orchester, gründete 1949 das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, gastierte in den 1960er und 1970er Jahren vielfach an der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper und bei den Bayreuther Festspielen. Jochum war einer der bekanntesten Interpreten der Werke Anton Bruckners. Begegnete 1925 Romano Guardini, der später auch Taufpate seiner Tochter wird. Schreibt musikhistorische Beiträge für „Die Schildgenossen“.

Heinrich Kahlefeld CO
(*1903, †1980)

Mitglied des Oratoriums des Philipp Neri in München, Lehrbeauftragter für katholische Religionslehre in Leipzig und Hochschulseelsorger. An 1928 Mitarbeiter Romano Guardinis und sein Stellvertreter als Burgleiter bis 1939. Nachfolger Guardinis als Burgleiter auf Rothenfels von 1948 bis 1959; vorbildhaft in seiner Schriftauslegung, seinem Umgang mit der Liturgie und seiner Akademiearbeit auf der Burg. Kahlefeld war gestaltende Kraft der Liturgiereform in den Zeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Dr. Sigisbert Kraft
(*1927, †2006)

Geistlicher Religionslehrer in Aschaffenburg, Gaukaplan der Franken, Bischof des altkatholischen Bistums für Deutschland (1985 -1995), engagierte sich auf Burg Rothenfels und im Quickborn besonders in den Bereichen Liturgie, der angemessenen liturgischen Sprache und der Ökumene.

Gregor Lang OSB
(*1884, †1962)

Rektor am Gymnasium St. Stephan in Augsburg, Leiter der Philosophischen Hochschule dort und der Augsburger Akademie. 1919 war auch die Augsburger Quickborngruppe auf der Burg und wirkte beim Aufbau mit, so dass im gleichen Jahr auch Bernhard Strehler nach Augsburg kam und Freund von Pater Gregor wurde. Durch sein Mitwirken auf Rothenfels und auf der Wies wurde „Bundesvater“ Pater Gregor vielen Quickbornerinnen und Quickbornern Wegweiser und Freund. Die Una Sancta war ihm ein Herzensanliegen.

Bruno Leuschner
(*1914 – †1999)

Geistlicher Oberstudienrat in Schlüchtern, in vielen theologischen Fragen engagiert, besonders auch in der Ökumene, lange Jahre Leiter der Werkwochen für junge Menschen aller Kreise auf der Burg und Geistlicher Beirat der Mittlerengemeinschaft im Quickborn und Gaukaplan der Hessen; mit Bernhard Casper und Heinz Fleckenstein Mitglied der Burgleitung auf Burg Rothenfels.

Paula Linhart
(*1906. †2012)

Gestaltete mit ihrem Una-Sancta-Kreis München ab 1955 auf Burg Rothenfels Ökumene-Tagungen. Die Sozialarbeiterin wurde 1960 erste Geschäftsführerin der Bayerischen Landesstelle der Aktion Jugendschutz. Lange Jahre arbeitete sie in der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft mit und wurde erstes Ehrenmitglied der Katholischen Filmkommission.

Felix Messerschmid
(*1904, †1981)

Geschichts- und Musiklehrer, nach dem Weltkrieg erster Direktor der Akademie für Erziehung und Unterricht in Calw, 1955 bis 1958 Leiter des Kepler-Gymnasiums Ulm, 1958 bis zu seiner Pensionierung erster Direktor der Akademie für Politische Bildung in Tutzing. 1953 bis 1965 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen, 1955 bis 1967 Vorsitzender des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands, seit 1957 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Institutes für Jugendfragen in Bonn. Neben vielem anderen Engagement auf Rothenfels, studierte er dort immer wieder die Gesänge für den Gottesdienst ein.

Vilma Mönckeberg-Kollmar
(*1892, †1985)

Die Sprachpädagogin, Rezitatorin und Literaturwissenschaftlerin wurde bekannt mit vielen Veröffentlichungen und mit Vorträgen, bei denen sie Märchen rezitierte und analysierte. Mit Romano Guardini und den Tagungsteilnehmern hatte sie auf Rothenfels richtiges Sprechen und rechtes Schreiten eingeübt,  besonders auch für das Liturgische Tun.

Erich Trudpert Schimpf SJ
(†2007)

engagierte sich schon als 14-Jähriger im Quickborn, 1934 Priesterweihe, ab 1939 Oratorianer, 1954 erster Pfarrkurat, 1957 erster Pfarrer der neu errichteten Oratorianer-Pfarrei St. Laurentius in München, 1963 Leiter des Seelsorgereferates der Erzdiözese München-Freising, 1968 Weihbischof für den Seelsorgebezirk München bis zu seiner Emeritierung 1984.

Klemens Tilmann
(*1904, †1984)

Er arbeitete im Jugendhaus Düsseldorf mit, wurde ab 1938 mit der Ausarbeitung eines neuen Katechismus beauftragt, der 1955 erschien („grüner“ Katechismus). Er schloss sich nach dem Krieg dem Münchener Oratorium an und legte viele wegweisende Veröffentlichungen vor. Klemens Tilmann war in den fünfziger Jahren Geistlicher Beirat der Quickborn-Mädchengemeinschaft und beliebt auch wegen seiner weiteren Fähigkeiten wie der Zauberkunst.

Walter Vinnenberg
(*1901, †1984)

Religionslehrer des seligen Karl  Leisner (* 1915, + 1945), den er mit den Ideen der katholischen Jugendbewegung vertraut machte und mit dem er intensiven Kontakt hielt. Vinnenberg war von 1949 bis 1954 Oberstudiendirektor i.K. am Gymnasium Augustinianum des Bistums Münster in Gaesdonck bei Goch. Walter Vinnenberg war lange Jahre Gaukaplan der Quickborner am Niederrhein und als Nachfolger von Klemens Tilmann Ende der fünfziger bis in die sechziger Jahre Geistlicher Beirat der Quickborn-Mädchengemeinschaft.

Der Quickborn lebt vom Engagement. In diesem Sinne gibt und gäbe es noch viele weitere Personen zu benennen. Es gehört zum Selbstverständnis des Quickborn sich für die Menschen und die Gesellschaft zu engagieren. Nicht nur im Quickborn, sondern genau so in allen anderen Bereichen unseres Lebens.

Wir gedenken auch den vielen, die wir hier nicht aufgeführt haben.

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