Unsere Geschichte – Draft

Wurzeln, Wandel und ein lebendiger Quell

Burg Rothenfels

Über 100 Jahre Quickborn-Geschichte

„Quickborn“ ist ein altes niederdeutsches Wort für „lebendiger Quell“. Seit über einem Jahrhundert ist dieser Name unser Programm. Was 1909 als kleiner Schülerzirkel begann, entwickelte sich zu einer der prägendsten katholischen Jugendbewegungen Deutschlands.

Unsere Geschichte ist keine geradlinige Straße. Sie ist geprägt von Aufbrüchen und Umbrüchen, von der Romantik des Wandervogels, dem Mut im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und der stetigen Suche nach zeitgemäßen Formen des Glaubens und der Gemeinschaft. Doch eines blieb immer konstant: Unser geistiges Zuhause, die Burg Rothenfels am Main, und der Wille, Jugend und Gesellschaft eigenständig und verantwortlich zu gestalten.

Wir laden Sie ein, auf eine Zeitreise zu gehen – von den Anfängen als Jugendbewegung im Kaiserreich bis zum heutigen Quickborn-Arbeitskreis.

Epoche 1: Aufbauphase (1909 – 1919)

Eine Burg wird saniert

Vom Schülerzirkel zur Burg Rothenfels

Die Geschichte des Quickborn beginnt nicht auf einer Burg, sondern in einem katholischen Knabenkonvikt im schlesischen Neisse. Was 1909 als kleiner Zirkel von Schülern begann, die ihre Freizeit ohne den Zwang zu Alkohol und Tabak gestalten wollten, wuchs innerhalb eines Jahrzehnts zu einer bedeutenden Jugendbewegung heran.

Unterstützt von prägenden Gestalten wie Bernhard Strehler, Klemens Neumann und Hermann Hoffmann entwickelte sich ein neues Selbstverständnis: Jugend sollte nicht mehr nur Vorstufe des Erwachsenseins sein, sondern ein eigener Lebensabschnitt mit eigenem Wert – „Jugend geführt von Jugend“. Auch heute noch erinnern die Namen einiger Räume auf Burg Rothenfels an diese Persönlichkeiten.

Der entscheidende Meilenstein dieser Phase war das Jahr 1919: Der junge Bund kaufte die damals baufällige Burg Rothenfels am Main und schuf sich damit als erste deutsche Jugendorganisation ein eigenes Haus.

  • Die Zeitschrift: Ab April 1913 gab Bernhard Strehler die Zeitschrift „Quickborn“ heraus. Der Titel gefiel so gut, dass er bald zum Namen des gesamten Bundes wurde.
  • Die Bedeutung: Das niederdeutsche Wort „Quickborn“ bedeutet „Lebendiger Quell“ (ein Beiname des Heiligen Geistes). Es drückte perfekt das neue Wollen der jungen Menschen aus: Sich lossagen von allem Abgestandenen und Unechten, um aus frischer, eigener Quelle zu leben.s

Vieles, was uns heute selbstverständlich erscheint, musste der Quickborn damals gegen Widerstände erkämpfen. Die Bewegung war Vorreiter für Reformen, die „in der Luft lagen“:

  • Selbstbestimmung: Die Abkehr von bloßem „Wissen eintrichtern“ hin zu echter Charakterbildung und einem Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern.
  • Mitbestimmung: Schülerselbstverwaltung und die Wahl von Gruppenführern auf Zeit.
  • Gleichberechtigung: Jungen und Mädchen waren im Bund gleichrangig – eine Haltung, die damals so provokant war, dass sie zeitweise sogar zu Verbotsanträgen bei der Bischofskonferenz führte.
  • Liturgie: Angeregt von Romano Guardini wurden neue Formen des Gottesdienstes erprobt (Volkssprache, aktive Teilhabe), die Jahrzehnte später das Zweite Vatikanische Konzil beeinflussen sollten.

Wachstum: Die Bewegung wuchs rasant – von rund 1.800 Mitgliedern (1914) auf 7.000 (1918). Um handlungsfähig zu sein, wurde 1917 der „Verein der Quickbornfreunde e.V.“ gegründet.

  • Der Kauf: Im Februar 1919 kaufte der Verein die Burg Rothenfels vom Fürsten zu Löwenstein. Klemens Neumann ließ sich von seiner Lehrtätigkeit beurlauben, um mit freiwilligen Helfern die baufällige Anlage instand zu setzen – weitgehend in Handarbeit.
  • Das erste Fest: Schon im August 1919 versammelten sich 524 Teilnehmer zum ersten allgemeinen deutschen Quickborntag auf der Burg. Hier einigte man sich auf die Grundsätze, die den „katholischen Wandervogel“ ausmachten: Bekenntnis zum Glauben, Erfahrung der Natur und das Recht der Jugend auf Eigenständigkeit.

Epoche 2: Die bündische Zeit (1920 – 1933)

Hockerkreis unter dem Leuchter

Blüte, Bautätigkeit und innere Kämpfe

Die 1920er Jahre waren eine Zeit der enormen Kontraste für den Quickborn. Einerseits erreichte der Bund 1920 mit rund 8.000 Mitgliedern den Gipfel seiner Größe. Die Burg Rothenfels wurde unter Romano Guardini (Burgvater ab 1927) und dem Architekten Rudolf Schwarz zum architektonischen und geistigen Zentrum einer modernen Liturgie.

Andererseits war diese Zeit geprägt von wirtschaftlicher Not durch die Inflation und schweren inneren Zerreißproben. Der Wandel von einer reinen Jugendbewegung hin zu einer „Kulturbewegung“ Erwachsener und der Streit um strenge Prinzipien führten zu einer tiefen Krise, die den Bund fast spaltete

Der Bund war demokratisch „von unten nach oben“ organisiert:

  • Die Basis: In kleinen örtlichen Gruppen (max. 15 Personen) wählten Jungen und Mädchen ihre Leiter selbst. Man traf sich wöchentlich zu Diskussionen, Spiel und Gesang. In den Ferien ging es „auf Fahrt“ – meist schlicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Übernachtungen in Scheunen.
  • Die Gaue: Die Ortsgruppen schlossen sich regional zu Gauen zusammen. Jährliche „Gau-Tage“ dienten dem Austausch, Vorträgen und gemeinsamen Gottesdiensten.
  • Die Leitung: An der Spitze stand der „Erste Führer“, der den Bund auch gegenüber der Kirche vertrat. Dieses Amt (zugleich „Burgvater“) hatte zunächst Bernhard Strehler inne (1920–1927, erneut ab 1934). 1927 übergab er die Leitung an Romano Guardini, der bis zum Verbot 1939 die geistige prägende Gestalt blieb.

Die Burg war mehr als nur Verwaltungssitz. Sie war Labor für Neues, aber auch eine Dauerbaustelle:

  • Werkwochen: Schon ab 1922 trafen sich ältere Quickborner hier zu religiösen und kulturellen Werkwochen.
  • Architektur & Liturgie: Ab 1924 gestaltete der Burgarchitekt Rudolf Schwarz in engem Austausch mit Guardini die Burg um. Besonders die Neugestaltung des Rittersaals und der Kapelle schuf Räume, die eine neue, gemeinschaftliche Liturgie ermöglichten. Ab 1927 wurden hier in den Karwochen neue Formen erprobt, die weit in die Kirche ausstrahlten.
  • Renovierung in der Not: Trotz Geldentwertung und Schulden wurden Wasserleitungen und Strom verlegt. Eigene Wirtschaftsbetriebe (Buchhandlung, Zeugamt, Früchteverwertung) wurden versucht, mussten aber 1925 aufgegeben werden.

Nicht alles war harmonisch. Der inhaltliche Streit darüber, wie verbindlich die Ideale gelebt werden müssen, führte fast zum Ende des Bundes.

  • Der Auslöser: 1924/25 beschloss die Bundesleitung, dass die Abstinenz von Alkohol und Tabak für Erwachsene verbindlich sein müsse. Wer das ablehnte, brach mit dem Bund. Auch das politische Engagement im Namen des Quickborn wurde untersagt.
  • Die Folgen: Rund ein Viertel der Mitglieder trat aus Protest gegen diese Bevormundung aus. Die Bundesleitung trat zurück, der Bund bestand zeitweise faktisch nicht mehr.
  • Die Neuformierung: Unter Guardini fand man 1927 mildere Formulierungen, doch die alte Einheit war dahin. Es bildeten sich neue Kreise, wie der politisch interessierte „Oktoberkreis“ (u.a. mit Ida Coudenhove, Walter Dirks und Heinrich Kahlefeld), in dem ehemalige Mitglieder ihre Heimat fanden.

Epoche 3: Nationalsozialismus (1933 – 1945)

Beschlagnahmung

Zwischen Anpassung, Tarnung und Widerstand

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann auch für den Quickborn der Kampf ums Überleben. Während das Regime alle gesellschaftlichen Kräfte „gleichschalten“ wollte, versuchte der Bund, seine Identität zu retten – oft durch kluge Taktik.

Auf Rat von Romano Guardini löste sich der Älteren-Bund 1933 selbst auf, um einer zwangsweisen Eingliederung in die NS-Organisationen zuvorzukommen. Der „Verein der Quickbornfreunde“ wurde neutral in „Verein der Freunde von Burg Rothenfels“ umbenannt. Die Arbeit ging weiter, aber im Verborgenen:

  • Tarnung: Bundestreffen wurden offiziell als „religiöse Einkehrtage“ deklariert und fanden nicht mehr auf der Burg, sondern an wechselnden Orten statt.
  • Schutz: Das Reichskonkordat bot lange Zeit einen gewissen Schutz, solange die Arbeit rein religiös blieb.

Doch am 16. August 1939 schlug die Gestapo zu: Der Quickborn und der Burgverein wurden verboten, die Burg beschlagnahmt. Jede weitere Tätigkeit wurde unter Strafe gestellt. Was blieb, waren private Kontakte und der stille, manchmal auch laute Widerstand einzelner Mitglieder.

Sie bezahlten ihren Mut mit dem Leben Viele Quickborner leisteten Widerstand gegen das Regime – aus ihrem christlichen Gewissen und den Idealen der Jugendbewegung heraus. Wir wissen nicht wie viele Quickborner von den Nazis ermordet wurden. Diese sechs Quickborner stehen stellvertretend für die vielen Menschen, die in dieser schwierigen Zeit ihrem Gewissen folgten.

  • Theo Hespers (*1903 †1943)
    Der ehemalige Stadtführer des Quickborn in Mönchengladbach organisierte aus dem niederländischen Exil den Widerstand. Er gab Zeitschriften heraus („Kameradschaft“), die illegal in Deutschland verteilt wurden, und entwarf Visionen für ein friedliches Europa nach dem Krieg. 1943 wurde er gefasst und in Berlin-Plötzensee erhängt.
  • Kaplan Gerhard Hirschfelder (*1907 †1942)
    Als Diözesanjugendseelsorger in Glatz fand er offene Worte gegen die Diktatur. Dafür zahlte er mit seinem Leben: Er starb 1942 im KZ Dachau. 2010 wurde er seliggesprochen.
  • Rudolf Mandrella (*1902 †1943)
    Der Jurist und Marine-Intendanturrat diskutierte in einem Soldatenkreis offen über die Verbrechen des Regimes. Ein Spitzel verriet ihn. Er wurde 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden enthauptet.
  • Dr. Max Joseph Metzger (*1887 †1944)
    Priester und Vorkämpfer der Friedensbewegung („Weltfriedensbund vom Weißen Kreuz“). Sein Memorandum über eine Neuordnung Deutschlands und eine Weltfriedensordnung wurde verraten. Er wurde 1944 durch das Fallbeil hingerichtet.
  • Kaplan Bernhard Poether (*1906 †1942)
    Schon als Schüler ein begeisterter Quickborner. Als Kaplan im Ruhrgebiet kümmerte er sich intensiv um polnische Zwangsarbeiter – ein „Verbrechen“ in den Augen der Nazis. Er starb 1942 im KZ Dachau.
  • Pfarrer Alfons Maria Wachsmann (*1896 †1944)
    Ein Quickborner der ersten Stunde, der schon 1919 „Bausteine“ für den Burgkauf verkaufte. Er ließ Soldaten Feindsender hören und zweifelte den „Endsieg“ an. Roland Freisler verurteilte ihn dafür zum Tode. Er starb 1944 unter dem Fallbeil.

Epoche 4: Neubeginn & Wandel (1945 – 1967)

Anreise mit dem Holzvergaser

Von der improvisierten Zeltstadt zur politischen Debatte

Der Wiederbeginn nach 1945 war geprägt von einem spannenden Kontrast: Während die Älteren den Neustart oft kritisch sahen, erlebten die Jugendlichen eine nie gekannte Geschwisterlichkeit. In einer Zeit der Trümmer wurde die Gemeinschaft zum „Leuchtturm“.

Es war eine Zeit der Improvisation: Da Burg Rothenfels noch von Flüchtlingen bewohnt war, fand das erste große Bundestreffen 1947 auf Burg Ludwigstein statt. Erst 1948 kehrte der Bund auf „seine“ Burg zurück – oft unter abenteuerlichen Umständen. Gleichzeitig positionierte sich der Quickborn politisch: Als kleinster, aber oft lautester Verband im neu gegründeten BDKJ kämpfte er gegen Wiederbewaffnung und für eine eigenständige, bündische Form der Jugendarbeit.

Mitte der 60er Jahre führten gesellschaftliche Umbrüche schließlich zur Auflösung der alten Strukturen und zur Geburt des Quickborn-Arbeitskreises, wie wir ihn heute kennen.

  • Der Neustart: Schon 1946 trafen sich Quickborner in Hohenlimburg und Freising. Man beschloss ein neues „Grundgesetz“ und bestätigte die Fusion mit dem „Jungborn“ (der Werktätigen-Jugend). Das gemeinsame Zeichen wurde das Sonnenkreuz.
  • Burg Ludwigstein: Weil Rothenfels noch nicht nutzbar war, fand die erste Bundestagung 1947 auf Burg Ludwigstein statt. Themen waren die soziale Not, die Hilfe für Heimatvertriebene und die Einheit der Christen.
  • BDKJ-Gründung: 1947 wirkte der Quickborn an der Gründung des „Bundes der Deutschen Katholischen Jugend“ (BDKJ) mit. Dabei blieb er eigenwillig: Gegen den Willen der Bischöfe behielt er seine bundesweite Struktur (statt Diözesangrenzen) und die gemeinsame Arbeit von Jungen und Mädchen bei.

  • Wieder daheim: Am 16. April 1948 wurde der Burgverein wiedereröffnet – auch dank Romano Guardini, der die Bischöfe an die Rechte des Vereins erinnerte.
  • Ein Abenteuer: Im August 1948 fand das erste Treffen wieder auf Rothenfels statt. Legendär ist die Anreise von 40 Quickbornern vom Niederrhein: Sie fuhren zwei Tage auf einem Holzvergaser-Lastwagen, umfuhren die französische Zone und mussten den LKW bergauf schieben.
  • Lebensgefühl: Man schlief auf Stroh, aß aus Waschkesseln – und doch war es, so der Historiker Meinrad Schaab, „ein einziges Fest im besten Sinne des Wortes“.

  • Drei Schichten: Der Bund gliederte sich in Jungen-/Mädchengemeinschaft, Mittelschicht (junge Erwachsene) und Älterengemeinschaft.
  • Expansion: 1955 kaufte der Bund auf Anregung der Freiburger Hochschulgruppe den Senklerhof im Schwarzwald, bis heute ein wichtiger Ort für unsere Freizeiten.
  • Themen: In der „Mittelschicht“ wurde intellektuell auf hohem Niveau diskutiert (Bultmann, Teilhard de Chardin). Politisch eckte der Quickborn an: Er war pazifistisch geprägt und lehnte die Wiederbewaffnung oft vehement ab – im Gegensatz zur Mehrheit im BDKJ.

Mitte der 60er Jahre drängten gesellschaftliche Veränderungen (Vorboten der 68er) auf neue Formen.

  • Der Bruch (1966): Am 7. August 1966 löste sich der Bund in seiner alten Form auf. Die Wege trennten sich: Die Älteren blieben als „Bund Quickborn“. Teile der Jugend gründeten den politischen „BCJ“ (bestand bis 2000). Die Intellektuellen bildeten kurzzeitig den „Rothenfelser Kreis“.
  • Der Neuanfang (1967): Um das Erbe für die Jugend und Familien zeitgemäß weiterzuführen, gründete sich am 4. Juni 1967 der Quickborn-Arbeitskreis. Er ist es, der heute die Tradition der Silvestertagungen und Werkwochen auf der Burg und dem Senklerhof fortführt.

Epoche 5: Neuaufbau & Gegenwart (ab 1967)

Lebendige Tradition in neuer Form

Was 1966 wie ein Ende aussah, entpuppte sich als Startschuss für eine Erfolgsgeschichte. Der am 4. Juni 1967 gegründete Quickborn-Arbeitskreis schaffte es, die Essenz der Rothenfelser Erfahrung in die moderne Zeit zu retten.

Die Initiative der ehemaligen Jungenführer Meinulf Barbers und Walter Schlicht fiel auf fruchtbaren Boden. Statt starrer Verbansstrukturen setzte man auf drei offene Grundsätze: Mitverantwortung für die Burg, zeitgemäße Formen und Offenheit für alle Generationen. Das untrügliche Zeichen des Erfolgs waren die stetig steigenden Teilnehmerzahlen. Ob bei den Silvestertagungen, den Werkwochen oder den internationalen Begegnungen – der Quickborn bewies, dass er auch ohne „Bünde“ und „Führer“ eine Heimat für junge Menschen und Familien sein kann.

Heute ist der Quickborn-Arbeitskreis e.V. ein fester Bestandteil des BDKJ und der Burg Rothenfels – eine Gemeinschaft, die ihre Wurzeln kennt (wie das Liederbuch „Spielmann“) und doch immer wieder neu aufbricht.

  • Der Anstoß: Im Februar 1967 riefen Meinulf Barbers und Walter Schlicht zum Neubeginn auf. Die Resonanz war positiv.
  • Die Gründung: Am 4. Juni 1967 konstituierte sich der Arbeitskreis auf der Burg. Zur Gründungsrunde gehörten u.a. Ursel Heinz, Susanne Ulses, Alfons Heckl und Winfried Mogge.
  • Die Reaktion: Auch die Älteren atmeten auf. Alois Koch schrieb damals: „Die Informationen waren Nahrung für die Hoffnung, dass sich fähige Menschen zusammenfinden und das Erbe antreten.“
  • Zurück im BDKJ: Schon am 28. September 1967 wurde geklärt, dass der neue Arbeitskreis wieder Mitglied im BDKJ wird – die Kontinuität blieb gewahrt. Erster Bundessprecher wurde Meinulf Barbers (bis 1992).

Der neue Arbeitskreis war von Beginn an politisch wach und international ausgerichtet:

  • Westen: Bereits im September 1967 fand das Seminar „Europäische Kulturen begegnen sich“ mit einer französischen Jugendorganisation statt – eine Tradition, die später in Familienfreizeiten (u.a. in Südtirol) fortlebte.
  • Osten: Trotz der Teilung Deutschlands hielt man Kontakt. Zur Leipziger Herbstmesse trafen sich Mitglieder mit Freunden aus Mitteldeutschland. Diese „Ost-West-Begegnungen“ wurden auch nach der Wende fortgeführt, traditionell am Laetare-Wochenende.

Die Formate des Arbeitskreises wurden zu „Selbstläufern“:

  • Silvester: Ab Mitte der 70er Jahre etablierte sich die Silvestertagung auf der Burg als zentrales Treffen mit oft 250–300 Teilnehmern.
  • Werkwochen: Die Tradition der „Werkwoche für junge Leute“ wurde wiederbelebt und bildete das Rückgrat der Jugendarbeit, ergänzt durch Tagungen auf dem Senklerhof im Schwarzwald. Heute bezeichnen wir sie als Osterfreizeiten.
  • Himmelfahrt: Gegründet als Gruftietagung wurde sie von einer Tagung von und für jungen Erwachsenen inzwischen zu einer Tagung für alle Generationen, sozusagen die kleine Silvestertagung bei wesentlich angenehmerem Wetter.
  • Themen: Die inhaltliche Arbeit konzentrierte sich auf Leben aus dem Glauben, Ökumene, Frieden, Umweltfragen und Erziehung.

  • Rechtsform: 1992 professionalisierte sich der Bund und wurde zum „Quickborn-Arbeitskreis e.V.“. Auf den langjährigen Vorsitzenden Meinulf Barbers folgten Sabine Löbbert-Sudmann (2000–2016) und Felix Zacher (seit 2017).
  • Das Dreifach-Jubiläum 1984: Ostern 1984 feierte man gleich drei Meilensteine: 75 Jahre Quickborn, 65 Jahre Burg Rothenfels und 70 Jahre „Spielmann“. Das von Klemens Neumann herausgegebene Liederbuch ist bis heute der musikalische Begleiter vieler Gruppen.
  • Engagement: Der Arbeitskreis engagiert sich stark bei Kirchentagen (oft ökumenisch) und für den Erhalt der Burg (z.B. neue Heizung 2009). Seit 2008 geben Arbeitskreis und Älterenbund gemeinsam die „Burgzeitung“ heraus.
  • 100 Jahre: Zum großen Jubiläum erschien das Buch „Auf den Spuren des lebendigen Quells“.
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