Zehn SILVESTER – BURG – SPITZEN

„Kann ich Kakao?“

So fragt mich beim Frühstück ein kleiner Bub, der sich an die Bitte der Küche zu Beginn der Silvesterwoche erinnert, man solle zuerst am Nachbartisch etwas besorgen, bevor man zur Essensausgabe an der Küchentheke geht.
Und ich frag mich: „Kann ich nun oder nicht oder was?“

„Mir gebet nix.“

So steht’s auf einem beweglichen Anschlagsbrett im ineren Burghof, aber was soll das denn heißen?
Ha, des isch doch klar:
das sagt der mit seiner Frau tief in die Gletscherspalte gestürzte Schwob, als er ganz oben das rote Kreuz sieht, aber nicht bedenkt dass…
die ihn retten wollen.

P.S.
hier die Übersetzung: Wir geben nichts.

Hab Sonne im Herzen!

Ab 13.30 Uhr strahlt sie wieder vom Himmel und nicht mehr nur im Herzen; denn während dreier Tage mussten wir uns innerlich erwärmen beim Bewundern der eiskalten multiformen Reifkristalle.

Panta rhei,

also:“ alles ist im Fluss“ meint Heraklit, ein alter griechischer Philosoph, und erweckt so die Vorstellung, es gebe nichts Festes.
Andere griechische Kollegen der Philosophie, die Peripatetiker, übten ihre Gedankenflüge in einer Wandelhalle.
Unser Referent ist ein schlauer und wendiger Kopf:
Er wandelt unruhig auf dem Podium des Rittersaals herum, einmal links, einmal rechts, und springt dabei von einem Punkt seines wohl vorbereiteten Konzepts zum anderen. Fazit: Manuskript bleib bei den Akten!

Was ist ein Wunder?

Ernsthaft wird im offenen Gesprächskreis darüber diskutiert und debattiert, bis schließlich die Antwort kommt:
„dass es den Quickborn nach 100 Jahren immer noch gibt.“

Wie alt bin ich nun…oder: Hör auf deine Frau!

Ein neu zu wählender Mann im Team, wohlgemerkt der Älteren, stellt sich vor, gibt seine Personalien bekannt und nennt natürlich auch sein Alter „53“.
Ruft aus dem Publikum eine weibliche Stimme lauthals: „55“!——-Es ist: seine Frau.

Sauce

Beim Mittagessen gibt’s oft Sauce. Woraus die wohl besteht, werde ich im Speisesaal gefragt. Was soll ich antworten?
Im Referat taucht eine andere auf, die „Wohlfühlsauce“.
Meine Frage: Wer kann mir nun bei der Antwortsuche helfen?

Wohin denn nun?

Zusammen mit über 200 Gottesdienstfeiernden werde auch ich aufgefordert, mich zum Abendmahl in einen großen Kreis einzuordnen. Wie soll das geschehen, frage ich mich. Während ich noch überlege, werde ich bereits im Strom der Gläubigen –  mitgefangen, mitgehangen – zielsicher an den Rand des Rittersaals  geleitet und fühle mich so richtig „dabei“ und „drin“ in der Mahl-Gemeinschaft.

Jung & Alt 1

Während des von den Jugendlichen gestalteten Gottesdienstes betonen die Vorbeter drei Mal verbis expressis, also ausdrücklich, wie wichtig es sei, mit den älteren Generationen zu kooperieren. Ich, als ein Älterer, finde dies auch und sage den Jüngeren: MERCI !

Jung & Alt 2

In meinem Skat-Kurs ist Zugangsvoraussetzung die Kenntnis der 4 Grundrechenarten. Es erscheint ein Mensch mit 7 Jahren, ich bin skeptisch und mache einen Test: „Was ist 3mal 24?“ – Die anderen älteren Teilnehmer sind erstaunt ob meiner Frage, und nach 5 Sekunden staune ich ob der Antwort: „72“.

Notiert am 1. Arbeitstag des neuen Jahrs 2017 auf Burg Rothenfels
von
Eberhard HIRNER

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