Aufbruchstimmung

Aufbruchstimmung – sind nun die schönen Tage in der Wohlfühloase Burg vorbei? Ist es nur Abschied oder schwungvoller Aufbruch in ein Neues Jahr? Was habe ich dieses Jahr von der Burg mitgenommen? Gedanken schießen durch den Kopf und verlieren sich im Gewirr der Synapsen. Ein wenig Wehmut schwingt mit – und dann der Gedanke, wo ist die Wehmut im Gehirn entstanden (naturwissenschaftlich)? … und bis wir uns wiedersehen halte Gott Dich fest in seiner Hand … die Melodie dieses Liedes begleitet mich auf dem gesamten Heimweg.

Die Realität: Nach einer kurzen Nacht begann der Tag mit einer erstaunlich regen Betriebsamkeit. Schwer bepackte Frauen und Männer strebten vor dem Frühstück zu ihren Autos, damit das Gepäck schon einmal verstaut war. Je jünger die Kinder, desto eifriger halfen sie den Eltern. Andere Kinder schauten mehr oder weniger unbeteiligt zu oder wandten sich sofort wieder ihren Spielkameraden aus den letzten Tagen zu. Die Eltern waren angespannt bis gestresst. Endlich war das Auto gepackt, der Kofferraumdeckel zu. Jetzt konnte es zum Frühstück gehen.

Im Pfeilersaal das normale Geschehen: Platzsuche; Gespräche führen; „kannst Du mir als bitte die Butter reichen?“; „möchte noch jemand Aufschnitt?“; „ich frage mal am Nebentisch, ob die noch Marmelade haben.“ Normalität eben. Doch etwas ist anders. Der Pfeilersaal ist nicht mehr so voll besetzt wie in den letzten Tagen. Einige Teilnehmer sind schon gestern abgereist. Andere verabschieden sich gerade. Umarmungen, gute Wünsche, Verabredungen. Jetzt noch im Georgsaal etwas Reiseproviant einpacken und dann kann es wirklich … endlich? … losgehen.

Im Burghof warten Teilnehmer mit ihrem Gepäck auf ihre Mitfahrgelegenheit. Endlich taucht der Fahrer ihres Wagens auf. Die Karawane setzt sich in Bewegung, stoppt, weil man sich doch noch von jemandem verabschieden muss. „Fährst Du jetzt schon? Kommst Du nicht mehr in den Gottesdienst?“
Das Wetter sieht nicht sehr vielversprechend aus. Es fällt ein nasser Schnee. Ich möchte noch im Hellen zu Hause sein. >Der Mensch denkt, Gott lenkt< Ein LKW-Unfall auf der Autobahn kostet über zwei Stunden Fahrzeit. Ich komme doch erst im Dunkeln nach Hause.

Zur nächsten Silvesterwerkwoche bin ich wieder da!

Stephan Weisz